Die Karspitze ist kein Gipfel, den man „mitnimmt“. Sie ist einer, den man sich erwandert – Schritt für Schritt, mit offenem Blick und ruhigem Atem.
Schon oberhalb des Gostnerhofes (Parkplatz auf 1.402 m) lässt man den Alltag zurück. Der Weg Nr. 2 zieht westwärts durch ein stilles Bergtal, begleitet vom leisen Knirschen des Forstwegs und dem Duft des Waldes. Mit jeder Alm – Steinwiesalm (1.537 m) und weiter zur , Zirmaitalm (1.891 m, bewirtet von Juni bis September) – öffnet sich die Landschaft ein Stück weiter. Zirbenhochwald, Alpenrosen, Licht und Luft wechseln sich ab, bis die Baumgrenze schließlich hinter einem liegt.
Ab der markanten Bergschulter auf 2.080 Metern wird die Welt weit. Der Südostkamm führt sanft, aber bestimmt Richtung Gipfel: grasig hier, felsig dort, immer mit Panorama. Die Dolomiten rücken ins Blickfeld, das Eisacktal liegt tief darunter, und oben wartet die Karspitze auf 2.517 Metern – ruhig, aussichtsreich, klar.
Der Abstieg schließt den Kreis über die Schalderer Scharte und die Spilucker Lacke. Ein Weg, zwei Richtungen, viele Perspektiven. Eine Wanderung, die zeigt, wie schön es ist, sich Zeit zu nehmen – und Höhe zu gewinnen.
Die Rundwanderung kann sowohl im Uhrzeigersinn als auch in entgegengesetzter Richtung begangen werden und bietet dabei eindrucksvolle Panoramablicke.